Der Dom zu Speyer

 

Der Dom zu Speyer ist die größte heute noch erhaltene romanische Kirche. Die einzigartige Bedeutung des Kaiserdoms wurde 1981 dadurch gewürdigt, dass die Unesco ihn in die Liste der schützenswerten Weltkulturdenkmäler aufnahm.

Kaum wer er gekrönt, hatte Konrad der Zweite, der erste Salier auf dem Kaiserthron, beschlossen, am Ufer des Rheins einen Dom zu erbauen. In dem bis dahin unbedeutenden Städtchen Speyer sollte der größte Dom der Christenheit entstehen, eine Kathedrale von unvorstellbaren Ausmaßen. Um 1027 legte er den Grundstein, geweiht wurde der Dom 1061 unter Heinrich dem Vierten, dem Enkel des Gründers. Zwanzig Jahre später lässt Heinrich der Vierte, der von Speyer aus nach Canossa gezogen war, um sich vom päpstlichen Bann zu lösen, den Dom völlig neu gestalten. Der Dom wird zum Vorbild zahlreicher Kirchenbauten des frühen Mittelalters.

Mit dem mittelalterlichen Kaisertum ist der Dom zu Speyer eng verknüpft. In der Hallenkrypta, der schönsten Unterkirche der Welt, haben die salischen Kaiser und Könige, staufische und habsburgische Herrscher ihre letzte Ruhe gefunden, eine ganze Dynastie, die über 100 Jahre die Geschicke Europas bestimmte. Über 5 Jahrhunderte lang war der Dom ein unerschütterlicher Zeuge wechselhafter Zeiten. 1689 in Brand gesetzt und 1794 von französischen Revolutionstruppen verwüstet, kann 1806 der schon beschlossene Abriss in letzter Sekunde verhindert werden.

Allen Zerstörungen und Veränderungen durch die Jahrhunderte hin, allen Umdeutungen und Umbauten zum Trotz: Der Dom zu Speyer, einmal das größte Bauwerk der christlichen Welt, ist ein eindrucksvolles Monument romanischer Baukunst, ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Vorstellungen, die bedeutendste Hinterlassenschaft der Salier.

Daten und Fakten

Kulturdenkmal: Dom St. Maria und St. Stephan

Unesco-Ernennung: 1981

1030-61
unter dem Salier Konrad II. entstanden und für drei Jahrhunderte Grablege der deutschen Könige und Kaiser

1041
Fertigstellung der Hallenkrypta

1082-1106
Umbau unter Heinrich IV.

1689
teilweise Zerstörung des Doms durch französische Truppen Ludwigs XIV.

1772
Wiederaufbau als barocke Rekonstruktion

Mitte d. 19. Jh.
Neugestaltung des Westwerks in historistischer Formensprache, Ausmalung des Innenraumes

von 1957 bis in die Gegenwart
andauernde substanzerhaltende (denkmalpflegerische) Maßnahmen

Kaum war er gekrönt, beschloss Konrad der Zweite, der erste Salier auf dem Kaiserthron, am Ufer des Rheins einen Dom zu erbauen.

Zum Lobe Gottes und als Ausdruck seines eigenen kaiserlichen Machtanspruchs wollte er ein Gotteshaus errichten lassen, das an Größe und Bedeutung alle Bauwerke seiner Zeit bei weitem übertraf. In dem bis dahin unbedeutenden Städtchen Speyer sollte der größte Dom der Christenheit entstehen, eine Kathedrale von unvorstellbaren Ausmaßen.

Die salischen Kaiser gelten als die Erbauer des Doms. Gebaut aber haben den Dom 5 Generationen, Steinmetze, Maurer, Zimmerleute, ungezählte unbekannte und ungenannte Handwerker.

Die Hallenkrypta des Domes zu Speyer gilt als die schönste Unterkirche der Welt. Mit der Errichtung dieser Krypta begannen die Bauarbeiten am Dom. Um 1027 hatte der erste Kaiser der Salier den Grundstein gelegt. Dann war er mit seinem Gefolge weitergezogen. Nur noch ein einziges Mal noch, vor seinem Tod, kam Konrad der Zweite nach Speyer. Ein Kaiser musste damals ständig reisen, von einem Ende des Reiches zum andern, musste dauernd unterwegs sein, um seine Macht zu sichern, seinen Einfluss zu erhalten und überall nach dem Rechten zu sehen.

Die Fertigstellung seines Doms erlebte Konrad der Zweite nicht mehr. Er starb 1039 in Utrecht. Sein Leichnam wurde nach Speyer überführt und dort beigesetzt. In der Krypta des Doms, bewacht von Rudolf von Habsburg, haben die salischen Kaiser und Könige ihre letzte Ruhe gefunden.

Der Dom zu Speyer wurde zur Grablege der Salier: Konrad der Zweite, sein Sohn Heinrich der Dritte, Heinrich der Vierte und Heinrich der Fünfte, eine ganze Dynastie, die 100 Jahre lang die Geschicke Europas bestimmte. Auch Konrads Gemahlin, die Kaiserin Gisela, die 1043 starb, ist im Dom zu Speyer an der Seite ihres Gatten beigesetzt.

Nach dem Tode seines Vaters ließ Heinrich der Dritte den Dom weiter bauen. Speyer war ihm, neben Goslar, der liebste Ort seines Reiches. So hin und her gerissen war er zwischen den beiden Städten, daß er sich auch im Tod nicht für eine entscheiden konnte. So ließ er sein Herz in Goslar bestatten und seinen Leichnam in Speyer. Die Fertigstellung des Doms hat auch Heinrich der Dritte nicht erlebt. Erst fünf Jahre nach seinem Tod, 1061 wird der Dom geweiht. Sein Sohn Heinrich der Vierte ist gerade elf Jahre alt. Schon zwanzig Jahre später aber lässt Heinrich der Vierte den Dom völlig neu gestalten. Das Mittelschiff erhält eine Gewölbedecke, die Außenwände werden mit Blendbögen und einer durchgehenden Zwerggalerie versehen zum Vorbild zahlreicher Kirchenbauten des frühen Mittelalters.

Anfang des 12. Jahrhunderts waren die Bauarbeiten am Dom zu Speyer abgeschlossen. Der 134 Meter lange und 33 Meter hohe Dom, der "gütigen, milden und süßen" Jungfrau Maria geweiht, war endlich fertig geworden. Heinrich der Vierte aber musste, als er 1106 starb, erst mal draußen bleiben. Er, der einst reumütig nach Canossa gepilgert war, um sich vom päpstlichen Bann zu lösen, wurde in einer noch nicht geweihten Kapelle des Doms beigesetzt. Der Papst hatte ihn, zum zweiten Mal, gebannt. Erst Heinrich der Fünfte erwirkte anlässlich seiner Kaiserkrönung, dass sein Vater in die Gruft seiner Ahnen überführt werden konnte.

Über 5 Jahrhunderte lang war der Dom ein unerschütterlicher Zeuge wechselhafter Zeiten. 1689 wird er von französischen Truppen in Brand gesetzt. Die westliche Hälfte stürzt ein. 1794 wird der gerade wieder aufgebaute Dom von französischen Revolutionstruppen erneut verwüstet. Der Bischof von Mainz verhindert 1806 den schon beschlossenen Abriss des Doms in letzter Sekunde durch eine Intervention bei Napoleon. Vom Bischofspalast und zahlreichen Stiftsgebäuden, die um den Dom herum standen, findet sich heute keine Spur mehr. An den Kreuzgang, der sich im Süden an den Dom anschloss, erinnert nur noch der Ölberg aus dem 16. Jahrhundert.

Jahrelang dient der Dom dem Militär als Magazin und Lazarett. Der König von Bayern, dem Speyer am Anfang des 19. Jahrhunderts zufällt, lässt den Dom wieder herstellen und im Stil der Nazarener ausmalen. Diese Anpassungen an den Zeitgeschmack sind wieder weitgehend beseitigt. Allen Zerstörungen und Veränderungen durch die Jahrhunderte hin, allen Umdeutungen und Umbauten zum Trotz: Der Dom zu Speyer, einmal das größte Bauwerk der christlichen Welt, ist ein eindrucksvolles Monument romanischer Baukunst, ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Vorstellungen, die bedeutendste Hinterlassenschaft der Salier.
 

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Der Dom zu Speyer