Mathildenhöhe

Auf der Mathildenhöhe finden die Besucher Darmstadts viele Beispiele darüber, wie die ehemaligen Großherzöge die Kunst und die Architektur in Darmstadt förderten.

Einst trug der Hügel im Osten Darmstadts den romantischen Namen Musenberg. Dort wuchs der Wein für die Landgrafen.

Diesen Weinberg ließ Prinz Christian, jüngster Bruder des späteren Großherzogs Ludewig I., etwa um das Jahr 1800 schleifen und dafür einen auch der Öffentlichkeit zugänglichen Park im Stil eines englischen Gartens anlegen. Etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand hier der Platanenhain mit seinen 184 Bäumen, wahrscheinlich von Großherzogin Mathilde angeregt, nach der später der ganze Hügel genannt wurde.

Nach den Plänen des russischen Architekten Luis Benoit, dem Grossvater des englischen Schauspielers Peter Ustinov, begann 1897 der Bau der Russischen Kapelle. Den Aufrag hierzu hatten Zar Nikolaus II. und Zarin Alexandra, die Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt, gegeben. Die Privatkapelle, ganz im Stile russischen Kirchenbaus des 16. Jahrhunderts gehalten, wurde 1899 fertiggestellt. Das Gebäude wurde auf Erde aus allen Provinzen des Zarenreiches errichtet.

Heute ist das Baudenkmalm dringend sanierungsbedürftig. Seit Jahren ist das Dach undicht. Das Mauerwerk bröckelt und die Malereien im Innenraum werden durch die eindringende Feuchtigkeit zerstört. Die Sanierungskosten werden auf mindestens € 500.00,00 veranschlagt. Das Kuratorium zur Sanierung der Kapelle, dem u.a. Oberbürgermeister Benz, der Landgraf von Hessen und Kardinal Lehmann angehören, ist dringend auf Spenden angewiesen.

Als Großherzog Ernst Ludwig nach 1900 hier seine Jugendstilkolonie bauen ließ, verschwand der englische Park. Nur der Platanenhain blieb erhalten.

Ebenso findet sich hier der Hochzeitsturm, auch Fünffingerturm genannt, die Russische Kapelle, der Schwanenbrunnen und sehr viele Villen aus der Zeit des Jugendstils.

 

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