Im Jahre 1981 erschien KAYPRO, hervorgegangen aus dem Messgerätehersteller Non-Linear-SystemS (NLS) als neuer Anbieter auf dem Personal-Computer Markt.

Innerhalb kürzester Zeit verdrängte der Neuanbieter OSBORNE vom Führungsplatz bei den “schleppbaren” Computern.

KAYPRO II, ca. 1982, Processor Z80A, 2 MHz, 64 KB Hauptspeicher, 2 Floppy Laufwerke 190 KB, 9” Bildschirm, frei bewegliche Tastatur, ser. und par. Anschlüsse, CP/M 2.2, WordStar Textverarbeitung, SuperCalc, Dbase II, diverse Utilities, DM 5.500,00

KAYPRO IV, ca. 1983, Processor Z80C, 4 MHz, 64 KB Hauptspeicher, 2 Floppy Laufwerke 390 KB, 9” Bildschirm, frei bewegliche Tastatur, ser. und par. Anschlüsse, CP/M 2.2, WordStar Textverarbeitung, Spellchecker, SuperCalc, Dbase II, diverse Utilities, darunter ein Programm welches ca. 90 versch. Floppy-Formate lesen und schreiben konnte einschl. MS-DOS, Terminal-Emulatoren, Modem-Programme, Datei-Transfer Programme ca. DM 6.500,00

KAYPRO 10, ca. 1983, Processor Z80C, 4 MHz, 64 KB Hauptspeicher, 1 Floppy Laufwerke 390 KB, 9” Bildschirm, frei bewegliche Tastatur, ser. und par. Anschlüsse, CP/M 2.2, WordStar Textverarbeitung, Spellchecker, SuperCalc, Dbase II, diverse Utilities, darunter ein Programm welches ca. 90 versch. Floppy-Formate lesen und schreiben konnte einschl. MS-DOS, Terminal-Emulatoren, Modem-Programme Datei - Transfer Programme, er kostete DM 10.100,00.

Allen Kaypro-Rechnern gemeinsam war das Stahlblech-Gehäuse, Dieses war zwar sehr stabil und unempfindlich gegen Erschütterungen, aber auch sehr unansehnlich. Trotzdem wurde der Rechner wegen seines Designs ausgezeichnet. Im Gegensatz zu MS-DOS Rechnern wurde ein Software Paket im Wert von etwa DM 6.000,00 mitgeliefert. Alle Handbücher waren im Lieferumfang enthalten. Neben den kommerziellen Programmen befanden sich bei den Modellen IV und 10 noch ein Basic-Interpreter und zwei Basic-Compiler im Lieferumfang.
Angeboten wurden von kleinen, innovativen Firmen u.a. Compiler und Interpreter für Pascal, P/L 1, Cobol, Fortran usw. zu Preisen von etwa USD 40,00.
Wenig bekannt dürfte sein, dass KAYPRO bereits 1983 ein Netzwerk-Betriebssystem vorstellte. Damit war es möglich, etwa 60 Rechner unter CP/M zu vernetzen und gemeinsame Resourcen wie Festplatten und Drucker zu nutzen. Weit verbreitet war damals die Nutzung von Typenrad- oder Typenkorb-Druckern die im Betrieb einen Höllenlärm verursachten. Somit bestand die Möglichkeit, diese Krachmacher in einem separaten Druckerrraum zu installieren.
Noch etwas zur Floppy-Kapazität: selbst beim “kleinsten” Modell, dem KAYPRO II, war es möglich, Betriebssystem, Textverarbeitung und Datenbank auf einer Floppy zu installieren und seine Daten auf dem zweiten Laufwerk zu speichern. Heutzutage braucht man für sowas eine 20 Gigabyte Platte.

Das ist der OSBORNE I, quasi der Ideengeber für Kaypro. Auch er verfügte über zwei Floppy-Laufwerke, aber nur mit 80 KB Kapazität und einem “Riesen”-Bildschirm von etwa 5”. Um 80 Zeichenund 24 Zeilen darstellen zu können, scrollte das Bild horizontal und vertical. Man war sich es Mankos wohl bewußt, weshalb man dem Rechner ein Interface zum Anschluss eines S/W-Bildschirmes verpasste.
Osborme verpasste den Anschluss an die weitere Entwicklung dadurch, dass man zu früh ein Nachfolgemodell ankündigte, welches man dann nicht liefern konnte. Die Anwender kauften aber auch nicht mehr den OSBORNE 1, was schliesslich zum Konkurs der Firma führte.

Ein hervorragendes Beispiel für Innovation war 1984 der nebenstehende Rechner der englischen Firma APRICOT (der Name ist auch innovativ). Er verfügte über einen INTEL 8086 Processor mit 8 MHz Takt, 768 KB RAM, einem 3,5” Floppy-Laufwerk mit 720 KB und einer HD mit wahlweise 5, 10, oder 20 MB. Erwähnenswert ist das Display mit einer Auflösung von 800x600 Pixeln. Zusätzlich verfügte die Tastatur über ein LCD-Display mit 2x40 Zeichen und 6 Funktionstasten. Geliefert wurde das System mit MS-DOS 2.0, CP/M 86 und Concurrent CP/M einem Mehrbenutzer-Betriebssystem ähnlich UNIX.
Bedauerlicherweise war die Verarbeitungsqualität der Rechner nicht sehr hoch, was zu vielen Ausfällen und damit einhergehendem Imageverlust führte. Nicht gerade verkaufsfördernd auch die Tatsache, dass die beiden Erweiterungs-Slots im System nicht Industriekompatibel waren.
Die Firma Apricot lieferte ebenso ein umfangreiches SW-Paket zusammen mit ihren Rechnern, bestehend aus SuperWord, SuperCalc und SuperBase und diversen Utilities.
Nach einem langen Überlebenskampf wurde die Firma später von Mitsubishi übernommen und erfolgreich fortgeführt.

Kaypro